Kindern Wurzeln geben
Nach Berlin, Hamburg, München, Potsdam, Düsseldorf und Frankfurt hat das Kinder– und Jugendwerk “Die Arche” seine Pforten auch in Göttingen geöffnet. Im Stadtteil Grone kümmern sich vier Mitarbeiter nachmittags um die Kinder der Umgebung. Wir haben uns das bunte Treiben angeschaut.

Die kulturellen Hintergründe der Kinder sind dabei ganz verschieden. „Das wird auch respektiert”, betont Behrus Booth. Wenn gekocht wird, ist das daher selbstverständlich „Halal“ und auch Süßigkeiten, welche die Kinder zur Belohnung gelegentlich erhalten, sind gelantinefrei.
Zwar ist die Arche ein christliches Projekt, doch die Mitarbeiter leben ihren Glauben in erster Linie, indem sie für die Kinder da sind und sie in ihrer Entwicklung unterstützen. Das bedeutet nicht nur gemeinsam zu spielen und zu toben, sondern auch die schulische Laufbahn der Kinder zu fördern: „Das ist der Hausaufgabenraum”, erklärt Rahim. Er geht in die erste Klasse: „Wenn wir hier Hausaufgaben machen, gibt’s einen Stern.” Wer zehn Sternchen gesammelt hat, bekommt eine kleine Belohnung.
Hausaufgaben machen lohnt sich. Die Leistungen der Kinder in der Schule verbessern sich deutlich. Behrus Booth erzählt von den kleinen großen Erfolgsgeschichten. Zum Beispiel von einem Mädchen, das in Mathe auf fünf stand und nach ein paar Monaten Hausaufgabenbetreuung schon eine Note besser war. Die Lehrerin meint, sie könne sogar richtig gut werden.
„Spielen wir eine Runde Kicker?” drängt Rahim. Wir gehen einen Raum weiter ins “Kindercafé”, wo der Junge zielstrebig auf den Tischfußball zusteuert. Schon nach wenigen Minuten ist klar: Der Erstklässler schlägt mich spielend auf dem Holzrasen. Er hat einen guten Trainer: Behrus Booth kickert sogar im Tischfußballverein.